Finanzethik-Kongress 2015

24. und 25. September 2015 in Eichstätt

Walserhaus

Einladung Kleinwalsertaler Gespräche - Weitergehende Informationen

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Eröffnung der Finethikon – Kleinwalsertaler Gespräche zur Finanz- und Unternehmensethik: Folgen des beschleunigten Strukturwandels im Finanz- und Unternehmensbereich

Das Kleinwalsertal gehört heute international mit zu beliebtesten alpinen Tourismusregionen. Und obgleich nahezu alle Dörfer der Alpenländer sich in den letzten Jahrzehnten einem massiven Strukturwandel ausgesetzt sahen, gilt das Kleinwalsertal bislang als ein Musterbeispiel für überaus gelungene Veränderungsprozesse. Obwohl die Fremdenverkehrsentwicklung hier vergleichsweise sehr früh begann  und wirtschaftliche Einflüsse Raum griffen, schienen sich die Walser dazu verpflichtet zu haben, gleichzeitig an ihren Traditionen festzuhalten. So konnte bislang bei hohem Tourismusaufkommen und starkem ökonomischem Wachstum dennoch der dörflich traditionelle Charakter des Tales erhalten bleiben. Das macht einen ganz speziellen Reiz aus und schafft heimatliche Voraussetzungen für die Erholung und Entspannung der Gäste. Doch auch in Zukunft werden sich die Verantwortlichen und Bewohner des Dorfes in diesem Spagat wiederfinden: eine Ausgewogenheit zwischen nachhaltiger Tourismusentwicklung bei gleichzeitig wachsendem Lebensstandard in den Gastgemeinde, steigenden Ansprüchen in der Erlebniswelt der Gäste sowie einer hohen Qualität der Landwirtschaft und der majestätisch schönen umgebenden Natur zu erhalten. Doch wie kann das in Zukunft gelingen? Auch dieser Frage werden wir uns auf unserem Kongress, der den beschleunigten Strukturwandel zum Thema hat, zuwenden: Ökologie, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit – geht das langfristig in den Alpenländern überhaupt zusammen? Welcher Ressourcen kann sich die Wirtschaft dabei bedienen und welche kann sie bereitstellen?

Finanzstandort im stürmischen Wandel

Bekannt im Ausland wurde das Walsertal aber nicht nur als Touristikregion, sondern insbesondere auch als international attraktiver Finanzstandort. Insbesondere ausländische Privatkunden fühlten sich von den guten Konditionen der ansässigen Bankenlandschaft und der besonderen Steuerbedingungen im Tal angezogen. Die letzten Finanzkrisen haben indes auch in diesem „Finanzparadies“ schwere Folgen gezeitigt. Das waren nicht nur die Lockerungen des Bankgeheimnisses, sondern auch die geringe Eigenkapitalausstattung der österreichischen Banken mit deren gleichzeitig gesteigertem Klumpenrisiko in Osteuropa. Hinzu kommen die rasanten Veränderungen, die den gesamten europäischen Finanzbereich betreffen: der hohe Konkurrenzdruck durch die ausländischen Direktbanken und das stetig an Bedeutung gewinnende Online-Geschäft. Während der Wettbewerbsdruck durch ausländische Institute zunimmt, laufen bei vielen deutschen und österreichischen Kreditinstituten mit ihren großen Filialnetzen die Kosten aus dem Ruder. Nach wie vor stellt sich die Frage, wie man auf die Konkurrenz von Direktbanken und auf die scheinbar veränderten Kundenansprüche reagieren kann. Den Bankkunden steht durch das Internet schnell und umfassend jede Information zur Verfügung, was zu einer völlig neuen Markttransparenz führt. Doch sind es wirklich veränderte Kundenansprüche? Welche Rolle spielt die Bank-Beratung heute noch? Es fehlen letztlich darüber gesicherte Erkenntnisse. Deutlich ist, dass Verunsicherung, Informationsüberforderung und ein deutlicher Vertrauensverlust den klassischen Bankkunden der Gegenwart kennzeichnen und es scheint, als ob die Bankberater-Kunden-Beziehung sich völlig neuen Herausforderungen stellen müsste. Die Umstrukturierungsprozesse verlaufen jedoch in vielen Bankhäusern zögerlich, was nicht zuletzt auch an den internen Problemen liegt. Die Akteure im Bankwesen haben Stress: von außen drückt zum einen die staatliche Regulierung, zum anderen dominieren intern zunehmend Leistungsdruck und Angst um den Arbeitsplatz. Den Arbeitsalltag des Einzelnen beherrschen Dilemmata, wie moralisch bzw. berufsethisch und trotzdem effizient Entscheidungen gefällt werden können. Was dem Einzelnen fehlt, sind entsprechende Handlungsstrategien.

Deutlich wird bei all dem: Die exklusive Finanzwelt des Kleinwalsertals steckt in einem der größten Werte- und Strukturwandel, den sie je erlebt hat. Wenn die Bankenkultur erhalten werden und der Finanzbereich seinen Aufgaben als „Schmiermittel“ der Gesamtwirtschaft und als Dienstleister der Gesellschaft gerecht werden sollen, dann müssen neue Wege und Lösungen für das Finanzsubsystem und seine Akteure bereitgestellt werden. Zudem gilt es, psychische Entlastungen für die einzelnen beteiligten Akteure zu schaffen. Nahezu idealtypisch lassen sich die Probleme, Folgen und Aufgaben des gesamten Finanzbereichs in Deutschland, Österreich, der Schweiz und auch Liechtenstein am Finanzplatz Kleinwalsertal betrachten. Auch deshalb haben wir uns entschlossen, unsere Finethikon-Kongresse dorthin in diesen interessanten Banken-Knotenpunkt zu verlegen.

Ressourcen und Lösungen im beschleunigten Strukturwandel

An Kritik, negativen Prognosen und dem Schüren von Angst und Neid im Rahmen des Finanzsektors im Allgemeinen und der Situation im Kleinwalsertal im Speziellen hat es in den letzten Jahren nicht gefehlt. Die Veranstalter und Organisatoren des Finethikons wollen indes einen anderen Weg wählen. Wir wollen Ressourcen in Kultur, Gesellschaft, Wirtschaft und Finanzsubsystem aufdecken und aktivieren und lösungsfokussiert arbeiten. Dabei sparen auch wir nicht mit Kritik, aber wir sind bemüht, diese konstruktiv und wissenschaftlich fundiert zu äußern. Das Symbol des „runden Tisches“ ist für uns wichtig. Dort wollen wir die Akteure aus allen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen versammeln, um mit ihnen Netzwerke und Lösungen zu schaffen. Der Wissenstransfer aus der Wissenschaft in die Praxis und vice versa steht dabei im Zentrum unseres Vorgehens.

Finethikon: das sind Ethik-Kongresse. Ethik, Werte und Moral werten wir als starke Orientierungshilfen in einem sich rasch wandelnden sozialen und wirtschaftlichen Umfeld. Strukturwandel ist demnach eines der drängendsten Themen der Region Kleinwalsertal und eine weiterhin große Herausforderung für alle Akteure. Aus diesem Grunde haben wir uns entschlossen, unsere Gesprächsreihe mit wissenschaftlich fundierten Fragen nach den Folgen dieses beschleunigten mehrdimensionalen Wandels für die Finanzbranche im Allgemeinen und die Region Kleinwalsertal im Speziellen zu eröffnen.

Wir laden Sie ein, an diesem Diskurs teilzunehmen. Bitte melden Sie sich hier an. ⇒ Anmeldung

Ihre Veranstalter:
Sabine Meck
Frank Zschaler
Christoph-Weber-Berg
Jens Kleine
Frits van Engeldorp Gastelaars

 

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Finanzethik:

Thema 2015:
Ethik und Nachhaltigkeit in Banking und Vermögensberatung in der aktuellen zins- und währungspolitischen Situation
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Jahrbuch 2013:
Christoph Weber-Berg, Frank Zschaler, Sabine Meck,
Jens Kleine (Hg.):
Vertrauen und Verantwortung im Finanzsystem

Impressionen Finethikon 2012

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